zur Galerie

     
worst case  
 

 


Stück für Schauspieler und Puppen von Kathrin Röggla

»Wie viel Katastrophe braucht der Mensch?« fragte 1986 der Philosoph
Peter Sloterdijk. Seit dem Erscheinen des Stern-Reports scheint sich
die Mehrheit der Staaten dieser Welt darauf verständigt zu haben,
dass uns eine globale Katastrophe droht, wenn wir unsere Lebens-
gewohnheiten nicht drastisch verändern. In Hollywood-Filmen simulieren
wir den Weltuntergang schon lange. Sehnen wir uns nach der Katastrophe?
Kathrin Röggla hat ein Stück geschrieben, das die Katastrophengrammatik
unserer Mediengesellschaft in vier Bildern untersucht. Im Zentrum steht
dabei eine Annäherung an eine der ältesten Figuren der Katastrophen-
Beobachtung: Kassandra, die mit äußerster Hellsichtigkeit die kommenden
Katastrophen sieht. Nur dass gerade ihren Vorhersagen niemand traut.

»Die Menschen haben das Gefühl, nur aus zweiter Hand zu leben.
Nie waren sie wirklich irgendwo dabei. Sogar sich selbst kennen sie nur
aus den Erzählungen anderer. Je mehr dieser Monologe der Regisseur
Leopold von Verschuer geschickt ineinander verwebt, scheint aus diesem
Schrecken ohne Ende eine seltsame Sehsucht nach dem Ende mit
Schrecken zu entstehen. Die Sehnsucht nach einem katastrophalen
Ereignis, das von dieser vermaledeiten indirekten Erfahrung und Selbst-
ungewissheit erlöst und den Menschen im unentrinnbaren gemeinsamen
Leiden so etwas wie Authentizität gibt.« BZ

Regie:
Leopold von Verschuer

Bühne und Kostüme:
Claudia Grünig

Puppenbau:
Dorothee Metz
Reinhard Pilardeaux
Isabell Neu
Vanessa Valk
Alexander Wellige

Musik:
Bo Wiget

Dramaturgie:
Josef Mackert

Mit:
Frank Albrecht
Johanna Eiworth
Dorothee Metz
Florian Schmidt-Gahlen
Vanessa Valk
Ullo von Peinen